Täglich wollen Ihre Gäste mit neuen Gerichten verführt und überrascht werden. Somit sind Gastronomen stetig gefordert ihre Gerichte neu zu überdenken und ihr Repertoire an verschiedensten Kreationen zu erweitern.

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Food-Styling - Gaumenfreude und Augenweide

Das entsprechende Food-Styling macht dabei jedes Gericht zu einer Augenweide, welche auch noch besonders gut schmeckt. Gerade bei einer jungen Zielgruppe spielt innovatives Food-Styling eine große Rolle, denn die Social-Media-Welt bringt einen kostengünstigen Werbeeffekt mit sich: Profis stylen - Gäste posten.

Das Spiel mit Farben, Texturen in Harmonie und Gegensätzen ist die Basis eines guten Food-Styling. Sich dabei von einem Teller inspirieren zu lassen und aus dem Gericht ein echtes Kunstwerk zu kreieren, lässt Food-Styling zur Perfektion auflaufen.

Das richtige Food-Styling für den perfekten Gesamteindruck

Optische Kontraste und Überraschungseffekte lassen bekannte Gerichte in neuem Look glänzen. Allerdings darf dabei die Präsentationsfläche nicht außer Acht gelassen werden. Schließlich soll die Speisenpräsentation fast an ein Gemälde erinnern, um den entsprechenden Eindruck beim Gast zu hinterlassen. Plateau-Teller in weiß bringen zarte Farben im Food gut zur Geltung.

Sternekoch Dirk Maus teilt seine Ansicht zu Food-Styling mit uns: “Weniger ist oft mehr. Die Qualität der Speisen soll für sich wirken, daher beschränke ich mich beim Garnieren auf das Wesentliche. Diesen puristischen Ansatz unterstreiche ich mit dem passenden Porzellan. Eine eigenwillige Linienführung und textil anmutende Oberflächen laden dazu ein, auch auf dem Teller vermeintlich Gewohntes neu zu entdecken.”

Food-Styling mit Farbharmonien und -kontrasten

Das Spiel mit Farben nimmt im Food-Styling eine der wichtigsten Rollen ein. Die einzelnen Komponenten des Foods werden nicht nur untereinander abgestimmt, sondern auch auf das Dekor des Tellers. Grundsätzlich gilt, dass Farbkontraste eine geschmackliche Vielfalt präsentieren und farbintensive Gerichte mit „Geschmack” assoziiert werden. Doch welche Farbkontraste können im Food-Styling auf unterschiedliche Weisen umgesetzt werden?

Food-Styling mit Hell-Dunkel-Kontrast

Er ist einer der wichtigsten Kontraste und entsteht durch die Verwendung von hellem und dunklen Food bzw. Geschirr. Bei der Verwendung von hellen Zutaten und einem dunklen Teller, erzeugt das Gericht eine gewisse Spannung und wird hervorgehoben. Dies funktioniert natürlich auch umgekehrt.

Food-Styling mit Farbe-an-sich-Kontrast

Bei diesem Kontrast werden mindestens 2 starke, deutlich unterschiedliche Farben verwendet. Rot, gelb und blau können solche Farben sein, welche in möglichst geringer Abstufung verwendet werden sollen. Um den Kontrast zu verstärken, können beim Food-Styling Weißräume zwischen den Zutaten platziert werden.

Food-Styling mit Warm-Kalt-Kontrast

Dieser Kontrast wird durch die Verwendung von warmen und kalten Farben erzeugt. Bei den Gästen erzeugt er eine emotionale Wirkung. Farben mit Rotton werden als warm empfunden im Gegensatz werden blaustichige Farben als kalt wahrgenommen. Wenn schwarze oder weiße Zutaten mit beigemischt werden, beeinflussen sie wie warm oder kalt die jeweilige Farbe wirkt.

Food-Styling mit Komplementär-Kontrast

Wie der Name schon sagt, werden beim Komplementär-Kontrast komplementäre Farben für das Food-Styling verwendet. Dies sind die Farben, die sich im Farbkreis genau gegenüberstehen, wie z. B. rot und grün. Durch die kontrastreichen intensiven Farben wird eine vollkommene und harmonische Wirkung erzeugt.

Food-Styling mit Simultankontrast

Beim Simultankontrast kann die Intensität des Food-Styling, durch die Farbe des Tellers beeinflusst werden. Wenn also besonders dunkles Geschirr verwendet wird, kann das Food heller wirken und umgekehrt.

Food-Styling mit Quantitätskontrast

Der Quantitätskontrast entsteht durch unterschiedliche Größenverhältnisse bei den verwendeten Zutaten. Im Sinne von “klein und groß” bzw. “viel und wenig” können warme Farben mit starker Leuchtkraft schon in kleiner Menge genauso stark wirken, wie kältere, größere Farbflächen. Warme Farben leuchten grundsätzlich stärker, daher ziehen sie direkt die Aufmerksamkeit auf sich.

Food-Stylistin Monika Schuster klärt auf

BHS tabletop

Monika Schuster ist unsere Food-Stylistin, Hotelfachfrau und Köchin in der Meisterschule für Köche. Sie ist überzeugt von außergewöhnlichen Tellern mit farbigem Dekor. Sie erklärt: „Das Anrichten auf dem Teller gibt dem Essen oft eine besondere Note. Dabei bietet die Farbe des Porzellans eine schöne Plattform: Vor allem Blau bietet dem Essen eine große Unterstützung, da es nicht mit den natürlichen Farben der Lebensmittel konkurriert.“ Auch Dekore mit Flechten oder Blüten liegen derzeit im Trend. Das Dekor wirkt dabei wie eine schützende Hand, um die üppige oder auch reduzierte Präsentation individueller Kreationen zu gewährleisten.

Mit Food-Styling zur Hochform auflaufen

Jeder Koch hat seine eigene Handschrift, die schon am Food-Styling erkannt wird. Kartoffeln in Scheiben, Streifen, Würfeln oder Raspeln? Die Form entscheidet über das Food-Styling und die verschiedenen Arten des Anrichtens. Eine Ton-in-Ton-Optik wirkt besonders interessant, wenn unterschiedliche Texturen miteinander vereint werden. Unsere Food-Stylistin Monika ergänzt: „Blattgold oder essbare Blüten verleihen einen exklusiven Charakter.“

Das perfekte Food-Styling kann allerdings nicht nur durch Optik glänzen, sondern auch durch verschiedene kontrastreiche Geschmacksrichtungen. Scharfes funktioniert auch mit fruchtigen oder süßen Geschmacksnuancen.

Coupteller oder Teller mit kleiner Fahne bieten durch die große Speisefläche z. B. besonders viel Platz für das Food-Styling. Das heißt allerdings nicht, dass das Gericht über den gesamten Teller angerichtet werden muss. “Hochstapeln” ist auch eine mögliche Form: Dabei wird das Gericht von einem zentralen Punkt aus turmförmig nach oben gestapelt. Der dreidimensionale Look verwöhnt dabei das Auge des Betrachters und hilft mit der richtigen Technik den Materialeinsatz zu minimieren. Weniger ist also mehr und macht aus dem Gericht ein Erlebnis.

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