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Food-Trend Local Exotics

Quinoa, Wasabi, Ingwer, Kaviar oder Garnelen – leckere Highlights in der Gastronomie, doch mit dem Konzept einer lokalen Küche scheinbar unvereinbar. Zumindest bis zum Einsetzen des Food-Trends der Local Exotics.

von Sophia Sager
Inhalt

Was bedeutet der Begriff Local Exotics?

"Local Exotics" meint exotische Lebensmittel, die in der Region oder sogar in unmittelbarer Nähe angebaut oder produziert werden. Diese Lebensmittel können oft überraschend sein, da sie normalerweise mit fernen Ländern und Kulturen assoziiert werden, aber in der Tat in der eigenen Region wachsen oder produziert werden können.

Beispiele für Local Exotics

So werden in Bayern seit einigen Jahren Garnelen aufgezogen. In einer geschlossenen Aquakultur-Zuchtfarm wachsen die Tiere ohne den Einsatz von Chemikalien und Antibiotika heran, sind keinem Mikroplastik ausgesetzt und müssen nur sehr kurze Transportwege überwinden, bevor sie auf dem Teller landen. Der Überfischung der Weltmeere wird somit ebenfalls entgegengewirkt.

Im Rheinland bauen mehr als 60 Landwirte Quinoa an, das ansonsten aus den Anden in Südamerika zu uns transportiert werden muss. Auch in Österreich wird der Food-Trend der Local Exotics längst umgesetzt: In Indoor-Farmen wächst Wasabi, jenes scharfe Gewürz, das man eigentlich aus der japanischen Küche kennt. Auch anderes exotisches Gemüse wie Pak Choi oder Ingwer wird inzwischen in Österreich angebaut. Und sibirische Störe schwimmen im Quellwasser in Oberösterreich und produzieren den sogenannten Alpenkaviar.

Produktion von Local Exotics

Ob und wie Local Exotics angebaut werden können, hängt von der Art des Lebensmittels ab sowie der Region, in der es produziert werden soll. Einige Local Exotics können in traditionellen landwirtschaftlichen Betrieben angebaut werden, während andere in spezialisierten Betrieben oder Gewächshäusern aufgezogen werden müssen.

In einigen Fällen kann es notwendig sein, spezielle Anbaumethoden oder Technologien zu verwenden, um die optimalen Bedingungen für das Wachstum der lokalen Exoten zu schaffen. Beispielsweise müssen für einige exotische Pflanzen zuerst das passende Klima und die richtige Bodenbeschaffenheit hergestellt werden, etwa durch Indoor-Farming. Oder es kommt Hydrokultur für die Aufzucht von Fischen und Meeresfrüchten zum Einsatz.

Es ist auch wichtig zu beachten, dass die Produktion von Local Exotics oft mit Herausforderungen verbunden ist. Da die Lebensmittel in der Region nicht heimisch sind, können sie anfälliger für Krankheiten und Schädlinge sein oder besondere Anforderungen an Pflege und Schutz haben. Es erfordert daher oft spezielles Know-how, um Local Exotics erfolgreich anzubauen.

Vorteile von Local Exotics in der Gastronomie

Die Verwendung von Local Exotics in der Gastronomie hat eine Reihe von Vorteilen:

  • Geschmack: Local Exotics bieten eine neue Palette von Aromen und Texturen und eröffnen damit die Möglichkeit, das Menü eines Restaurants zu bereichern und Gäste neue kulinarische Erfahrungen machen zu lassen.
  • Nachhaltigkeit: Die Verwendung von Local Exotics reduziert den Bedarf an Importen aus anderen Ländern. Dies trägt zur Verringerung der CO2-Emissionen bei.
  • Frische: Local Exotics ermöglichen Gastronomen, auf frischere, geschmacksintensivere und schneller lieferbare Produkte zuzugreifen.
  • Wirtschaftliche Entwicklung: Die Verwendung von Local Exotics unterstützt die lokale Landwirtschaft und trägt so zur wirtschaftlichen Entwicklung der Region bei.
  • Gesundheit: Local Exotics werden unter heimischen Bedingungen produziert, was häufig mit einem bewussteren Einsatz von Chemie, Antibiotika und einer geringeren Schadstoffbelastung verbunden ist.

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